Spielbericht

1. Mannschaft  Interview von expressi.de
Selten war es in der Bezirksliga 5 schon in der Hinrunde in der unteren Tabellenhälfte so spannend. Der Aufsteiger FC Eiserfeld (9.) überwintert zwar auf einem einstelligen Tabellenplatz, kann sich bei zwei Punkten Vorsprung aber keineswegs sicher fühlen.
Angekommen in der Liga ist der FC Eiserfeld ohne Frage, wenngleich Andreas Maier mehreren Punkten hinterher trauert: „Wir hätten den ein oder anderen Zähler mehr mitnehmen müssen. Wir haben uns ganz gut eingefunden und waren in keinem Spiel chancenlos, wenn wir das Spiel gegen Kierspe außen vor lassen. Dort haben wir uns einfach dumm angestellt. Uns fehlt manchmal noch die gewisse Cleverness.“
Dennoch sieht der Coach innerhalb der letzten 2 ½ Jahre eine riesige Entwicklung bei seinem Team. Dass dieser Prozess auch mal ins Stocken gerät, liegt in der Natur der Sache: „Wir haben lange Zeit immer gewonnen. Irgendwann stockt es dann mal. Man spielt gut, macht aber den ein oder anderen naiven Fehler und gerät so in Nachteil. Natürlich bringt das eine gewisse Verunsicherung mit sich.“
Gerade die Unentschieden oder Niederlagen in den letzten Spielminuten trugen zu leichten Zweifeln bei. Aber auch hier setzt Andreas Maier auf einen Lernprozess. In der Vorbereitung arbeitet der FCE konkret daran, die erspielten Chancen konsequenter zu verwerten und die taktischen Vorgaben besser einzuhalten.
Weg vom „jugendlichen Hurra-Fußball“ hin zu einer der Situation angemessenen cleveren Spielweise möchte der Aufsteiger seinen Stil entwickeln: „Wir müssen uns abgewöhnen, bei einem guten Ergebnis weiter blind nach vorne zu laufen und mit aller Macht das dritte oder vierte Tor nachzulegen. Es muss nicht immer gut aussehen. Manchmal muss man auch einfach mal den Ball in die Walachei dreschen oder anderweitig Cleverness walten lassen."
Die Sache mit dem Tore schießen klappt aber schon ganz ordentlich. Mit 24 erzielten Treffern stehen die Eiserfelder mit Ausnahme des TuS Plettenberg (ebenfalls 24 Tore) besser da als die Tabellennachbarn.
Das Duo Ruben Balthasar (9 Tore) und Marc Steffen Freund (8 Tore) hat auch in der Bezirksliga gezündet, doch die torgefährlichen Offensivkräfte wären, wie Maier betonte, ohne ihre Mitspieler nur die Hälfte wert: „Sie sind natürlich eiskalte Vollstrecker, aber die anderen Jungs fangen ihren Offensivtrieb dafür in der Rückwärtsbewegung ab oder glänzen als Vorbereiter.“
Noch besser liest sich allerdings der Wert auf der Gegenseite. Mit 23 Gegentreffern gehört der FC zu den vier besten Defensivreihen. Nur Germania Salchendorf, die VSV Wenden und der SC Drolshagen haben weniger Tore zugelassen.
Dennoch sah der ehemalige Käner auch bei dieser Wertung noch Luft nach oben, weil sich sein Team noch zu viele einfache Gegentore fängt.
Sowohl die Offensiv- als auch die Defensivqualitäten werden von Nöten sein, wenn der FC Eiserfeld auch im nächsten Jahr in der Bezirksliga weilen will. Dass der Kampf um den Klassenerhalt in der Saison 2017/18 so wild wird, hätte aber auch Maier nicht erwartet: „Ich kann mich nicht erinnern, dass vorher schon am 3. Spieltag der Abstiegskampf begonnen hat. Die Liga ist so ausgeglichen und für die Zuschauer an allen Fronten spannend. Wenn wir den Klassenerhalt schaffen, werden bei uns ganz sicher die Sektkorken knallen.“
In der bisherigen Vorbereitung tankte die Mannschaft schon Selbstvertrauen. Beim 9:0 gegen den SpVg Bürbach zeigte sich die Maier-Elf in guter Frühform. Mit dem FC Wahlbach und der Spielvereinigung Neunkirchen folgen noch zwei Tests gegen offensivstarke A-Ligisten, ehe es gegen den ambitionierten SV Netphen zum Abschlusstest kommt.
Wenn es am 25. Februar dann gegen den SC Drolshagen wieder um die Wurst geht, kann Andreas Maier mit Winter-Neuzugang Robert Schmidt planen, der eine weitere Alternative für die nicht ganz so breit aufgestellte Defensivreihe bietet.
Auf Marcel Kirsch (Mittelfußbruch) muss der FCE jedoch noch länger verzichten, während Bastian Schneider (Knie) in Kürze wieder zur Mannschaft stoßen wird. Schon wieder an Bord ist dafür Till Jäger.
An der sportlichen Zielsetzung werden die Eiserfelder in der Rückrunde mit der angestrebten gestiegenen Cleverness weiterarbeiten, sobald beim ersten Pflicht-Heimspiel im Helsbachtal der Ball rollt.

Quelle: expressi.de




Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.